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Geschichte der Hypnose
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Die Nutzung von Hypnose blickt inzwischen auf eine fast 4000 Jahre alte Tradition zurück. Insbesondere die Nutzung von Trance hat sehr viel früher Eingang gefunden. Die alten hinduistischen Praktiken der Fakire und Yogis können bis ins 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurückverfolgt werden. Schon ca. 1500 Jahre vor unserer Zeitrechnung wird die Hypnose in Schriften aus dem antiken Ägypten im Papyrus Eber erwähnt. In der Antike bis zum Mittelalter wurde die heilende Wirkung von Hypnose häufig einer übermenschlichen Kraft zugeschrieben. Hypnose erschien mystisch und spirituell. Im 17. Jahrhundert wurde der Arzt Franz Anton Mesmer dadurch bekannt, dass er mit seinem "Animalischen Magnetismus" vermeintlichen Magnetismus zur Heilung einsetzte. In spektakulärem Umfang ausgeweitet wurde sein Angebot Gegenstand von Untersuchungen. Eine Kommission erklärte sein Verfahren für wertlos, da die erzielten Heilungen lediglich das Resultat der menschlichen Vorstellungskraft seien. Der Chirurg James Braid schließlich nutzte die physiologischen und psychischen Voraussetzungen des Zustandes, den er lange Zeit für künstlich hervorgerufenen Schlaf hielt, weshalb er den Namen Hypnose etablierte. Deshalb nannte er das Phänomen auch Neurypnologie, was soviel wie "nervöser Schlaf" bedeutet und später dann Hypnose, was sich vom griechischen Gott des Schlafes, Hypnos, ableitet. Als Ergebnis seiner Beobachtungen änderte James Braid kurz vor seinem Tode seine Meinung hierüber. Er sah Hypnose zu diesem Zeitpunkt als "Konzentration der Aufmerksamkeit und Erhöhung der Einbildungskraft". Deshalb wollte er den Begriff Hypnose durch die Bezeichnung Monoideismus ersetzen. Da die Bezeichnung Hypnose sich zu diesem Zeitpunkt schon weitestgehend etabliert hatte wurde sie jedoch beibehalten. Hypnose wurde für die Durchführung von schmerzfreien Operationen eingesetzt. Mit der Einführung von Betäubungsmitteln wie Äther, Chloroform oder Lachgas verschwand die analgetische Verwendung der Hypnose in der Mitte des 19. Jahrhunderts jedoch wieder in der Versenkung. Jean Martin Charcot (1825-1893) wurde bekannt als französischer Psychiater und Hypnotiseur. Berühmtheit erlangte er auch, als er hysterische Anfälle unter Hypnose demonstrierte. Er war der Meinung das der Zustand der Hypnose, den Charcot für eine auslösbare künstliche Neurose hielt, nur hysterischen Menschen gelingt. Die Empfänglichkeit für Hypnose wurde von ihm als ein hysterisches Symptom bewertet. Der berühmteste Schüler von Charcot war Siegmund Freud. Freud's Studienaufenthalt bei Charcot 1885/1886 wurde für ihn zum Schlüsselerlebnis. Nach einigen Erfahrungen mit Hypnose konzentrierte er sich auf die von ihm entwickelte Technik der freien Assoziation. Freud äußerte sich meines Wissens nie wirklich negativ über die Hypnose. Das Renommee seiner Technik sorgte jedoch dafür, dass Hypnose für lange Zeit kaum noch beim Einsatz in der Therapie verfolgt wurde. In Deutschland entwickelte Johannes Heinrich Schultz (1884 - 1970) das Autogene Training (1932), das als eine formelhafte Methode der Selbsthypnose bezeichnet werden kann. Ca. 1950 nahm die Bedeutung der Hypnose im klinischen Bereich der englischsprachigen Länder wieder zu. Der amerikanische Arzt und Psychiater Milton H. Erickson (1901 - 1980) gilt für viele als Vater der modernen Hypnotherapie. Er war maßgeblich an der offiziellen Anerkennung der Hypnose als Therapieform beteiligt. Erickson nutzte meist permissive und indirekte Suggestionen für die kooperative Hypnotherapie. Dabei wendete er Metaphern an die es ermöglichten, indirekt über das Thema und über Lösungswege zu reden. Oft schaffte er, allein durch das Erzählen von Geschichten, dass seine Klienten in Trance gingen und die gewünschten Veränderungen und Heilungen erschienen dann wie Wunder. Richard Bandler und John Grinder modellierten ihn in den 70er Jahren und machten so seine Arbeit einem noch breiteren Publikum verfügbar. Die Rossis brachten interessante Transkripte ihrer Sitzungen mit Milton Erickson heraus. Heute ist Erickson das Vorbild für eine Vielzahl von Hypnotherapeuten in aller Welt. Sein Schüler Jeffrey Zeig gründete später die Milton Erickson Gesellschaft und viele andere nutzten zu Lebzeiten Milton Ericksons die Gelegenheit, von ihm zu lernen. Darunter Brian Alman, Stephen Gilligan, ... Viele Hypnotherapeuten lassen sich noch heute von ihm inspirieren und erlernen die Hypnotherapie in seinem Sinne bzw. im Zusammenhang des heutigen Kontextes. Die Deutung dessen, was Ericksonsche Hypnotherapie ausmacht ist dabei allerdings sehr unterschiedlich. Mitunter werden die Bestrebungen in bester Absicht heute auch übertrieben, stets unbedingt rein permissiv und indirekt zu arbeiten. So werden die Erwartungen des Klienten einseitig und teilweise unberücksichtigt gelassen. Viele von Milton H. Erickson eingesetzte Techniken und seine Dramaturgie bleiben weitgehend unberücksichtigt. Meine Klienten und die von mir ausgebildeten Hypnotherapeuten nutzen bzw. erlernen daher eine breitere Palette von Techniken und Methoden, die sich mitunter kombinieren lassen bzw. die Flexibilität im Sinne des Klienten erweitern. Beispielhaft für wirkungsvolle Techniken sind auch die Angebote von Dave Elman, der von 1900 bis 1967 lebte. Es hat sich in der Hypnotherapie einiges getan seit ihren Anfängen. Heute sind durch die Kombination verschiedener Therapieschulen mit verschiedenen Ansätzen der Hypnose eigenständige Hypnotherapien entstanden. Lohnenswert ist beispielsweise die systemisch-hypnotherapeutische Sicht, die sich auch in der Flexibel-kooperativen Hypnotherapie wieder findet. Anfang 2006 entstand das Institut für die Förderung von Hypnoseanwendung Berlin, um den heutigen Möglichkeiten der Hypnotherapie Raum zu geben. |
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